Soldaten der Bundeswehr vom Aufklärungslehrbataillon 3
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Interview - Experte: Bundeswehr sollte "nicht auf hochtechnologische Neuentwicklungen setzen"

Mit einem Sondervermögen soll die Bundeswehr wieder auf Vordermann gebracht werden. Doch Geld alleine wird nicht ausreichen, meinen Kritiker. Friedens- und Konfliktforscher Michael Brzoska hofft auf Lehren aus der Vergangenheit: wie Fehlinvestitionen in Hochtechnologie und bürokratische Hürden im Einkauf.

Nach Meinung von Michael Brzsoska, Friedens- und Konfliktforscher vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg, hat die Bundeswehr in der Vergangenheit viele Fehler bei der Beschaffung von Rüstungsgütern gemacht. "Vieles von dem Geld ist nicht sehr sinnvoll verausgabt worden", so Brzsoska.

"Viel Geld ausgegeben für Dinge, die dann für die Bundeswehr nichts gebracht haben"

 

Zu den hohen Personalkosten sei eine niedrige Nutzungsrate der gekauften Rüstung gekommen - unter 70 Prozent, meint Brzsoska. Die beschafften Waffensysteme "manchmal zu kompliziert", zudem seien nicht genügend Ersatzteile beschafft worden. "Wir haben viel Geld ausgegeben für Dinge, die dann für die Bundeswehr nichts gebracht haben."

Beteiligung der deutschen Rüstungsindustrie überdenken

 

Hintergrund sind nach Ansicht von Brzsoska, dass die Anforderungen der Bundeswehr manchmal zu hoch gewesen sind. Die Bundeswehr sollte "nicht auf hochtechnologische Neuentwicklungen setzen", sondern auch auf Bewährtes. Nun müsse man auf Lehren aus der Vergangenheit hoffen - etwa bürokratische Hürden im Einkauf sollten geschlossen werden. "Die Beteiligung der deutschen Rüstungsindustrie hat zu Verteuerung, Verlangsamung und insgesamt zu weniger nutzbaren Systemen geführt."