Eine Frau läuft in einem Supermarkt in Berlin durch die Kühlabteilung
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Interview - Wirtschaftsweise Schnitzer: Müssen eine Weile mit hohen Preisen leben

Das Statistische Bundesamt legt am Montag die aktuellen Zahlen zur Inflation vor. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Monika Schnitzer rechnet damit, dass diese weiter hoch bleiben werden. Außerdem analysiert sie die Maßnahmen, um die Menschen zu entlasten.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Monika Schnitzer von der Universität München, die zu den fünf "Wirtschaftsweisen" gehört, rechnet damit, dass die Inflation weiter auf hohem Niveau bleiben wird. "Wie genau es sich entwickeln wird, das hängt ganz davon ab, wie die Lage in der Ukraine sich weiter entwickeln wird. "

Dazu gehöre auch die Frage, ob es zu einem Stopp der Energielieferungen kommen werde, so Schnitzer. Bei Öl könne man auf dem Weltmarkt noch am ehesten das Öl aus anderen Ländern als Russland beziehen, "obwohl auch das natürlich die Preise nach oben treibt."

Schnitzer zur EZB: "An der Stelle wird man nicht mehr drum herum kommen, die Zinsen anzuheben"

 

"Tatsächlich wird man nicht darum herumkommen, mit diesen hohen Preisen eine Weile zu leben", so die Wirtschaftswissenschaftlerin. Um zu verhindern, dass sich diese Spirale verselbstständigt, muss laut Schnitzer die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen heben.

Zu den Entlastungspaketen der Bundesregierung erklärt die Wirtschaftsexpertin, Maßnahmen wie Energiepauschale, Kinderbonus oder die Sonderzahlung für Leistungsempfänger helfe an vielen Stellen den Ärmeren. Allerdings kritisiert sie die Senkung der Steuer bei Kraftstoffen.

"Der Punkt ist ja, wir sind alle ärmer geworden. Wir können jetzt nicht einfach Schulden aufnehmen, um alle an der Stelle zu entlasten. Dann müssen die Kinder später dafür zahlen, das ist nicht sinnvoll", so Monika Schnitzer.