Die Landesvorsitzende der Linken in Niedersachsen, Heidi Reichinnek, klatscht auf dem niedersächsischen Landesparteitag der Linken (Bild: dpa / Swen Pförtner)
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Interview - Reichinnek: Die Linke muss den Fokus auf soziale Gerechtigkeit legen

Heidi Reichinnek kandidiert für den Bundesvorsitz der Linken. Sie fordert einen Neustart für ihre Partei. Dieser solle sich personell darstellen - und der Fokus müsse wieder auf die soziale Gerechtigkeit gerückt werden.

Es gebe viele verschiedene Krisen, "an die wir ranmüssen", sagt Heidi Reichinnek. Die Linken-Chefin in Niedersachsen hat in dieser Woche ihre Kandidatur für den Bundesvorsitz verkündet.

"Ein großes Problem, und da können wir nicht dran vorbeireden, ist natürlich, dass wir als sehr zerstritten wahrgenommen werden", so Reichinnek. Deshalb müsse man miteinander statt übereinander reden. "Wenn wir das geschafft haben, dann können wir wieder mit unseren Themen durchdringen."

Reichinnek: Soziale Probleme beschäftigen die Menschen

 

Die Partei müsse den Fokus wieder auf die soziale Gerechtigkeit legen. Viele Menschen wüssten am Ende des Monats nicht, wie sie ihren Einkauf bezahlen oder es fehle das Geld für den Schulausflug des Kindes. "Und das sind doch die Probleme, die die Menschen gerade bewegen", sagt die Linken-Politikerin.

Außerdem müsse die Bundespartei ihre Mitglieder in der Fläche mehr unterstützen. In der Außenpolitik sehe sich die Linke als Friedenspartei, die nicht nach zweierlei Maß messe.

Vom Bundesparteitag im Juni müsse ein Aufbruchssignal ausgehen. Neben der Neuwahl des Vorstands stehe auch eine Programmdebatte an. "Der Ernst der Lage ist allen bewusst", so Heidi Reichinnek.