Eine Person hält einen Informationsflyer zum Zensus 2022 in die Kamera (Bild: dpa / Daniel Karmann)
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Interview - Zensus-Leiterin Wilken verspricht Probleme zu beheben

Seit Mitte Mai läuft der Zensus 2022. Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland sollen dafür in den kommenden drei Monaten zu verschiedenen Themen wie Bildung und Beruf befragt werden. Zensus-Leiterin Katja Wilken will anfängliche Probleme mit mehr Personal lösen.

Seit elf Tagen läuft der Zensus 2022. Zum Start der Bevölkerungsbefragung läuft jedoch noch nicht alles rund. In Berlin und Brandenburg war die Zensus-Hotline kaum zu erreichen, bei der Menschen anrufen können, wenn sie mit dem Onlinefragebogen zum Zensus nicht zurechtkommen. Außerdem gibt es Berichte, wonach bereits verstorbene Menschen aufgefordert wurden, am Zensus teilzunehmen.

Um die anfänglichen Schwierigkeiten bei der Hotline des Zensus 2022 in den Griff zu bekommen, will Gesamtprojektleiterin Katja Wilken das Personal beim Amt für Statistik Berlin-Brandenburg aufstocken. "Es gab sehr, sehr viele Anrufe aufgrund der Anschreiben. Das tut uns auch sehr leid, dass viele nicht unmittelbar durchgekommen sind", so Wilken. Schon in den kommenden Tagen soll die Hotline aber besser funktionieren.

Warum brauchen wir den Zensus?

 

Wilken empfiehlt den Bürgerinnen und Bürger deswegen, erneut anzurufen. Es könne aber auch auf das Wiederholungsschreiben gewartet werden. "Es muss keiner Sorge haben, dass er unmittelbar Zwangsgelder zahlen muss." Eine Teilnahme am Zensus ist Pflicht. Bürgerinnen und Bürger, die dem nicht nachkommen, erhalten zunächst ein Erinnerungsschreiben und dann eine Mahnung. Erst danach drohe aber ein Zwangsgeld, erklärt Wilken.

Dass teilweise auch schon seit Jahrzehnten verstorbene Menschen aufgefordert werden, am Zensus teilzunehmen, sei zwar bedauerlich, liege aber an falschen Informationen, die das Statistische Bundesamt von kommunalen Meldeämtern oder dem Kataster- und Liegenschaftsamt bekomme. Trotz der schwierigen Umsetzung, sei der Zensus aber enorm wichtig, um den Bedarf an Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Wohnraum zu ermitteln, erklärt die Zensus-Projektleiterin.