Leuna: Blick auf das neue Gaskraftwerk im Chemiepark
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Interview - Staatssekretär Graichen: Wichtigstes Ziel ist Klimaneutralität

In Berlin treffen sich die Klima- und Energieminister der G7. Auch wenn es kurzfristig um die Diversifizierung der Energieversorgung gehe – das eigentliche Ziel bleibe, die Industrienationen klimaneutral zu machen, sagt Patrick Graichen, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Das Treffen sei eine Gelegenheit für die G7-Staaten, sich in Sachen Energiesicherheit auf einen gemeinsamen Kurs verständigen. Ohne Kooperationen könne es auf diesem Gebiet keinen Fortschritt geben. "Wir streben an, dass wir beim Thema Kohleausstieg möglichst verbindliche Beschlüsse fassen", sagt Graichen.

Die Klimakrise bleibe die zentrale Herausforderung. Um die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, müssten die Industrienationen um das Jahr 2030 herum aus der Kohle aussteigen, betont der Politologe und Umwelt-Experte.

Graichen: "Der Klimakrise ist der Krieg in der Ukraine egal"

 

Kurzfristig gehe es zwar darum, die Energieversorgung zu diversifizieren. Wichtig sei aber, die langfristigen Ziele nicht aus dem Blick zu verlieren – "raus aus Kohle, Öl und Gas", betont Graichen. "Der Klimakrise ist der Krieg in der Ukraine ja egal." Das Thema könne nicht warten.

Klimaschutz und Sicherheitspolitik seien eng miteinander verbunden, so der Staatssekretär. Alles was im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz unternommen werde, reduziere die Abhängigkeit von Importen von Kohle, Öl und Gas. "Insofern ist eine Welt, die auf Erneuerbare setzt, eine Welt, die insgesamt sicherer ist und unabhängig von Lieferungen aus Ländern mit zweifelhaftem demokratischen Hintergrund", sagt Graichen.