Bundeskanzler Olaf Scholz (r, SPD), wird von Macky Sall, Präsident der Republik Senegal mit militärischen Ehren am Flughafen begrüsst.
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Interview - Brugger (Grüne): Gasimporte aus Senegal kurzfristig notwendig

Seit Sonntag reist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) durch Afrika. Die erste Station war der Senegal, dort hat Scholz Erdgaslieferungen vereinbart. Der Schritt sei kurzfristig notwendig, sagt die Grünen-Vorsitzende im Bundestag, Agnieszka Brugger. Auf der Reise gehe es aber auch um Kooperationen im Bereich der erneuerbaren Energien.

Die Afrika-Reise des Bundeskanzlers steht im Schatten des Krieges gegen die Ukraine. Erdgasimporte aus anderen Ländern seien kurzfristig notwendig, um schnell unabhängig von russischen Lieferungen zu werden. Langfristig sei es aber das Ziel, Kooperationen im Bereich der erneuerbaren Energien sowie die Energiewende in Deutschland auszubauen, so Brugger.

Welternährungsprogramm stärker unterstützen

 

Ein weiteres Thema der Reise sei die Frage der Ernährungssicherheit. Russland nutze Hunger als Waffe, indem Russland Getreidelieferungen aus der Ukraine blockiert, betont Brugger. Hier müsse die Bundesregierung einerseits die ukrainische Landwirtschaft unterstützen und andererseits bei der Schaffung alternativer Transportwege helfen. "Aber natürlich müssen wir auch bei uns schauen, was das für die Produktion der Nahrungsmittel heißt und auch das Welternährungsprogramm stärker unterstützen", sagt Brugger. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) habe dafür zusätzlich vier Milliarden Euro angekündigt.

Am Montag ist Scholz zu Gesprächen in Niger. Nach dem Ende der Ausbildungsmission in Mali sei Niger nun der wichtigste Partner für Deutschland in der Sahel-Region, so die Grünen-Politikerin. "Deshalb ist das ein sehr wichtiges Zeichen, dass der Kanzler dort ist."