Thomas Kutschaty, SPD-Spitzenkandidat und Vorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD, spricht nach den ersten Prognosen zur Landtagswahl bei der Wahlparty der SPD (Bild: dpa / Federico Gambarini)
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Interview - Geywitz: "Stehen für Gespräche bereit, aber die ersten wird die CDU führen"

Die SPD hat bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit 26,7 Prozent ein "schlechtes Ergebnis" erzielt, räumt Vize-Parteichefin und Bundesbauministerin Klara Geywitz ein. Sie sagt, dass nun eine Große Koalition, eine schwarz-grüne Regierung oder eine Ampel möglich seien.

"Wir haben 4,5 Prozent verloren, haben mit 26,7 Prozent ein schlechtes Ergebnis bekommen", so Geywitz. "Ich hätte mir da mehr gewünscht." Die SPD stehe für die Regierungsbildung wie immer zu Gesprächen bereit, "aber ich denke, die ersten wird jetzt erst mal die CDU führen".

Direkt am Morgen nach der Wahl sei es immer schwierig, die Ursachen für ein schlechtes Ergebnis zu finden, so Geywitz. "Ein erster Hinweis ist sicherlich die niedrige Wahlbeteiligung." Diese deute darauf hin, dass die SPD es nicht geschafft habe, ihre Wähler komplett zu mobilisieren - im Gegensatz zu den Grünen.

Für die Ampelkoalition auf Bundesebene sei das Wahlergebnis "nicht einfach zu lesen", meint Geywitz: "Zwei Ampelparteien haben stark verloren, eine hat stark gewonnen. Das deutet vielleicht auch ein bisschen darauf hin, dass man die eine oder andere Erklärung nicht in Berlin, sondern vielleicht auch tatsächlich bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen suchen sollte."

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