Symbolfoto Inflation: Eine Hand hält einen 100-Euro-Schein. Im Hintergrund ist eine Spardose zu sehen (Bild: IMAGO / Sven Simon)
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Interview - DGB fordert mehr Lohn für Beschäftigte und Entlastungen

Sowohl der Bundestag als auch der Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes beschäftigen sich am Donnerstag mit den kriegsbedingten Ausgaben und den Perspektiven für die deutsche Wirtschaft. Stefan Körzell vom DGB-Bundesvorstand fordert nicht nur wegen der hohen Inflation mehr Lohn für die Beschäftigten.

Im Bundestag wird am Donnerstag Vormittag die Inflation Thema sein. Das von der Bundesregierung beschlossene Entlastungspaket ist zuvor zum ersten Mal im Bundesrat beraten worden. Stefan Körzell, Mitglied im DGB-Bundesvorstand sagt: "Natürlich brauchen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Lohn, aber nicht nur wegen der gestiegenen Inflation, sondern wir wollen eine gerechte Verteilung bei den Löhnen und eine Teilhabe am Wachstum." Es gebe keinen Grund daher, von den Lohnforderungen abzusehen.

Kritik an Arbeitgebern

 

Kritik der Arbeitgeber, wonach höhere Löhne eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen könnten, die Inflation also weiter anheizen würden, weist Körzell zurück. Der DGB rede nicht von einer Lohn-Preis-Spirale, sondern von einer Gewinn-Preis-Spirale. "Alleine die 40 im DAX notierten Unternehmen haben 2021 ihre Gewinne auf 107 Milliarden Euro fast verdoppelt. Und sie schütten an ihre Aktionäre in diesem Jahr rund 70 Milliarden Euro aus. Das sind 50 Prozent mehr als 2021. Also hier liegt wohl das Problem eher auf der Gewinnseite, als auf den zu hohen Lohnforderungen", so Körzell.

Entlastungspaket der Bundesregierung

 

Das Entlastungspaket der Bundesregierung begrüßt das DGB-Vorstandsmitglid, doch es bedürfe noch weiterer Schritte. Körzell fordert unter anderem: "Wir brauchen eine Absenkung der Mehrwertsteuer. Wir brauchen auch einen Gaspreis-Deckel gerade für Familien und die 300 Euro, die gezahlt werden, als Entlastung. Die müssen an alle gezahlt werden, also auch an Rentnerinnen und Rentner und an Studierende."