Ein Containerschiff läuft in den Hafen von Shanghai ein.
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Interview - Stau in Shanghai: "Enorme Belastung für globale Lieferketten"

Seit über sechs Wochen ist Shanghai in einem strikten Lockdown. Die Produktion sei komplett zum Erliegen gekommen, Lieferungen seien fast nicht möglich,sagt Bettina Schön-Behanzin, Vize-Präsidentin der Europäischen Handelskammer in China. In Europa würden die Auswirkungen wahrscheinlich erst Ende des Monats spürbar werden.

Die Ausgangssperren hätten die Produktion in Teilen des Landes lahmgelegt, berichtet Schön-Behanzin. Auch Lieferungen seien sehr schwierig bis unmöglich, weil auch Lastwagenfahrer unter Isolation stünden und das Überqueren von Provinzgrenzen untersagt sei. "Somit stauen sich die Schiffe im Hafen, es fehlt an Waren und es fehlt an Personal zum Be- und Entladen", sagt Schön-Behanzin.

Lockdown in China trifft auch europäische Unternehmen

 

Dieser Stau werde die ganze Welt betreffen. "Die Unterbrechung von Produktion und Logistik ist eine enorme Belastung für die globalen Lieferketten", sagt Schön-Behanzin. Die verringerten Exporte aus China trieben auch die Inflation in anderen Ländern an. In Europa würden die Auswirkungen wahrscheinlich erst gegen Ende des Monats spürbar. Auch europäische Unternehmen rechneten bereits mit einem geringeren Umsatzwachstum in China für das Jahr 2022.

Trotzdem halte China bisher weiter an der Null-Covid-Strategie fest. Wenn das Land nicht von den drastischen Einschränkungen abweicht, rechnet Schön-Behanzin damit, dass immer mehr Firmen Produktionsstätten in andere Länder verlagern.

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