Thomas Losse-Müller, Spitzenkandidat der SPD, spricht während der Wahlparty zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein auf der Bühne neben Serpil Midyatli, SPD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein (Bild: dpa / Daniel Bockwoldt)
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Interview - Kühnert zur SH-Wahl: "Gegen Personeneffekte kann man nicht ankommen"

Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein klar gewonnen. Für die SPD war es dagegen eine historische Niederlage. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert sieht die Beliebtheit Günthers als Grund für das schlechte Ergebnis seiner Partei.

Die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein deutlich gewonnen. Laut vorläufigem Wahlergebnis konnten die Christdemokraten 43,4 Prozent der Stimmen holen. Für die SPD war es dagegen ein historisch schlechtes Ergebnis. 16 Prozent der Stimmen gingen an die Partei von Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller. Zuvor war das schlechteste Ergebnis der SPD 25,4 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl 2009.

"Das war kein schöner Abend für uns", sagt SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Die Ursache für das historisch schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein sieht er in der Beliebtheit Günthers. "Seit vielen Jahren werden erfolgreiche Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber teils bravourös wiedergewählt, weil der Personeneffekt immer stärker wird." Den Allerwenigsten gelinge es, dagegen anzukommen.

Keine Rückschlüsse auf bevorstehende Wahl in NRW

 

Trotzdem müsse man die Wahl in Schleswig-Holstein auswerten, weil aus dem Personeneffekt nicht unbedingt ein mit 16 Prozent historisch schlechtes Ergebnis für die SPD folgen müsse, so der SPD-Politiker. Letztlich sei einfach keinerlei Wechselstimmung aufgekommen. "Die Leute in Schleswig-Holstein sind mit ihrem Bundesland extrem glücklich. Das wissen wir auch seit Jahren aus der Forschung."

Für den SPD-Generalsekretär lässt das Ergebnis in Schleswig-Holstein deswegen auch keine Rückschlüsse auf die bevorstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu. "Gestandene Amtsinhaber, die schon mal eine Wahl gewonnen haben, werden wiedergewählt." Bei CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst in NRW sei das anders. "Der ist seit einigen Monaten Ministerpräsident und nicht sonderlich beliebt." Kühnert sieht deswegen ein vollkommen offenes Rennen in Nordrhein-Westfalen.