Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag
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Interview - Göring-Eckardt fordert mehr Unterstützung für Republik Moldau

Auch die Republik Moldau hat viele Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt ist beeindruckt von dem Engagement des kleinen Landes und fordert mehr Unterstützung, auch um Moldau unabhängiger von russischen Energielieferungen zu machen.

Am Wochenende war Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt in die Republik Moldau gereist, um sich ein Bild zu machen von der Situation in dem kleinen südosteuropäischen Nachbarland der Ukraine. Obwohl Moldau ein armes Land sei, tue die Republik derzeit alles, um den vielen Geflüchteten aus der Ukraine zu helfen, berichtet die Grünen-Politikerin.

"Was man dort sieht, wie zugewandt und wie gut organisiert mit den Geflüchteten umgegangen wird, die in einer schrecklichen Situation dort hinkommen, das hat mich sehr beeindruckt." Viele Menschen aus der Ukraine würden vorerst in Moldau bleiben wollen, um schnell wieder zurückgehen zu können, erklärt Göring-Eckardt. Es gebe für die Geflüchteten inzwischen aber auch die Möglichkeit, mit dem Flugzeug in EU-Länder weiterzureisen.

Transnistrien bleibt Unruheherd

 

Die Grünen-Politikerin fordert die Republik Moldau stärker zu unterstützen, nicht nur bei der Geflüchtetenhilfe, sondern auch bei der Energieversorgung. "Es gibt eine hundertprozentige Abhängigkeit von russischem Gas und das ist natürlich in der Situation, in der wir jetzt gemeinsam sind, ein riesiges Problem." Moldau sei zwar laut seiner Verfassung neutral, bekenne sich aber zu europäischen Werten. "Deswegen ist es extrem wichtig, dafür zu sorgen, dass diese Abhängigkeit nicht mehr so weitergeht."

Eine Eskalation in Transnistrien, dem moldawischen Grenzgebiet zur Ukraine, in dem russische Soldaten stationiert sind, sei laut der Grünen-Politikerin derzeit eigentlich nicht zu befürchten. Trotzdem bleibe das Gebiet ein Unruheherd, auch weil der dortige Hafen derzeit geschlossen sei. "Das bedeutet für die Welt etwas Zentrales, nämlich, dass die Getreidevorräte, die dort für das Welternährungsprogramm lagern, nicht rauskönnen und das ist ein Riesenproblem."