CDU Landtagswahlveranstaltung in Schleswig-Holstein mit Ministerpräsident Daniel Günther
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Interview - Politologe: "Günther hat von der Corona-Pandemie profitiert"

Am Sonntag wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Laut Umfragen liegt die CDU von Ministerpräsident Daniel Günther deutlich vorn. Politikwissenschaftler Wilhelm Knelangen von der Christian-Albrechts-Universität Kiel sagt, Günther habe sich während der Pandemie als guter Krisenmanager inszenieren können.

Zwar habe Günther den Menschen auch unpopuläre Entscheidungen vermitteln müssen, so Knelagen. "Aber er hat dann letztendlich ja damit auch werben können, dass Schleswig-Holstein in mancherlei Hinsicht etwas besser aus dieser ganzen Sache herausgekommen ist als andere Bundesländer."

Außerdem habe der CDU-Politiker ein Jamaika-Bündnis fünf Jahre "relativ geräuschlos gemanaget", erklärt der Politikwissenschaftler. "Es ist eigentlich nichts an Konflikten herausgekommen", so Knelangen. Günther verfüge zwar nicht über "große inhaltliche Kanten", habe aber dafür eine Art präsidialen Führungsstil entwickelt und damit ein "breites gesellschaftliches Bündnis innerhalb dieser Koalition hinter sich vereinen können".

Sollte das Wahlergebnis es zulassen, dass Günther sich künftig einen einzigen Koalitionspartner aussuchen kann, ist laut Knelagen nicht klar, ob die FDP oder die Grünen bessere Chancen haben. Zwar lägen CDU und FDP inhaltlich näher beieinander, was das Regieren grundsätzlich einfacher mache. "Der Vorteil an einer schwarz-grünen Koalition wäre allerdings, dass bei den zentralen Reformthemen dieses Landes – insbesondere alles, was zu tun hat mit Windenergie, Energiepolitik, Umweltschutz – er [Günther, Anm. d. Red.] weiterhin als derjenige sich präsentieren könnte, der alte Gräben zuschüttet."