Polizisten durchsuchen die beschlagnahmte Villa eines bekannten arabischstämmigen Clans im Stadtteil Neukölln.
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Interview - GdP: Übergreifenden Plan gegen Clankriminalität entwickeln

Berliner Clankriminalität ist in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Nun dürfe man nicht nachlassen, fordert Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei in Berlin. Wichtig sei es "gesellschaftlich-übergreifend" zu agieren - und gemeinsam mit Schulen, Justiz, Zoll und Finanzamt zu handeln.

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei fordert, den Druck auf kriminelle Clans weiter zu erhöhen. Dabei sei nicht nur die Polizei gefragt, sagt Sprecher Benjamin Jendro. Sie werde Clankriminalität nicht allein in den Griff bekommen. Auch andere Institutionen wie Schulen, Justiz, Zoll und Finanzamt seien gefordert.

Übergreifender Plan im Kampf gegen Clankriminalität

 

Man müsse "gesellschaftlich-übergreifend agieren, um zu zeigen, was in unserem Land Anstand ist und was die demokratischen Grundregeln sind", so Jendro. Dafür bedürfe es eines klaren Plans. So müsse man schon einem 15-Jährigen Alternativen zu Raubüberfällen und Drogenhandel anbieten und zeigen: "Es gibt einen anderen Weg als Kriminalität."

Einsätze im Clan-Milieu seien "sehr personalintensiv"

 

Nach einem aktuellen Bericht der Polizei ist die Clankriminalität gegenüber 2020 etwas zurückgegangen. Die Zahl der Polizeieinsätze ist indes gestiegen. "Es ist sehr personalintensiv", berichtet Jendro. Die meisten Clankriminellen seien junge Männer, die den Rechtsstaat ablehnten und gewaltbereit seien. "Das Phänomen ist über Jahrzehnte gewachsen."