Auf der Uniform eines Bundeswehrsoldaten in Mali sind die deutsche und die malische Flagge zu sehen sowie das Wappen der europäischen Ausbildungsmission EUTM (Bild: dpa / Kay Nietfeld)
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Interview - FES-Leiter in Mali: Ausbildungsmission ist "weit hinter den Erwartungen geblieben"

Die Bundeswehr stellt ihre Ausbildungsmission in Mali ein. Das hat Verteidigungsministerin Lambrecht am Rande der Klausurtagung der Bundesregierung in Meseberg mitgeteilt. Am Ende gab es keine andere Möglichkeit, sagt Christian Klatt, Büroleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bamako.

Am Mittwoch hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht am Rande der Kabinettstagung der Bundesregierung in Meseberg bekannt gegeben, dass die Ausbildungsmission der Bundeswehr in Mali beendet wird. Zur Begründung sagte die SPD-Politikerin, dass man nicht unterstützen werde, dass gut ausgebildete malische Soldaten gemeinsam mit russischen Kräften Menschenrechtsverletzungen begehen.

Am Ende sei die gemeinsame Ausbildungsmission der EU in Mali weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, findet auch Christian Klatt, Büroleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in der malischen Hauptstadt Bamako. "Wir sind nicht an den Punkt gekommen, an dem die Ausbildung so weit vorangeschritten ist, dass wir eine verbesserte Sicherheitssituation gesehen haben." Auch eine Demokratisierung der Armee sei nicht eingetreten.

Friedensmission soll weitergehen

 

Die Berichte, nach denen die malische Armee gemeinsam mit der russischen Söldnergruppe Wagner Menschenrechtsverletzungen an der malischen Zivilbevölkerung begangen haben soll, seien dann nur noch der letzte Auslöser gewesen, um zu sagen es reicht, so Klatt. Es sei klar gewesen, dass man die Ausbildungsmission so nicht mehr weiterführen konnte.

Die UN-Mission "MINUSMA" soll dagegen auch mit der Beteiligung der Bundeswehr fortgesetzt werden. Der Anspruch der UN-Friedensmission sei die grundlegende Stabilisierung Malis und der Schutz der Zivilbevölkerung, erklärt Klatt. "Das ist etwas unabhängiger von politischen Spielen, wie es sie bei einer Trainingsmission gibt."