Familienausflug- Eltern mit Kindern gehen in einem Tiergehege spazieren.
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Interview - Kinderschutzbund: Hohe Preise lassen Sorgen für Familien größer werden

Die Lebenshaltungskosten werden zur Existenzfrage – vor allem für Familien, die schon bisher jeden Cent umdrehen mussten. "Für Kinder und Jugendliche ist es das Schlimmste, wenn sie merken, die Eltern sind ganz verunsichert", sagt Sabine Bresche vom Kinderschutzbund.

 

Die Energiepreise und die Kosten für Lebensmittel steigen - und das bekommen auch die Kinder zu spüren. Nach Worten von Sabine Bresche, Leiterin der Fachberatungsstelle Kinderschutz beim Berliner Landesverband des Deutsches Kinderschutzbundes, sei der Beratungsbedarf in Bezug aufs Geld groß.

Verunsicherte Eltern verunsichern Kindern

 

Nicht nur die steigenden Preise seien ein Thema, sondern Armut im Generellen. "Für Kinder und Jugendliche ist es das Schlimmste, wenn sie merken, die Eltern sind ganz verunsichert", sagt Bresche. Sie bemerkten die Sorgen und das verunsichere sie selbst.

Ein typisches Szenario sei: Das Kind hat einen Wachstumsschub und braucht komplett neue Kleidung, zeitgleich gehe die Waschmaschine kaputt, so Bresche. Der Kinderschutzbund helfe "mit offenen Ohren" und den Anträgen für zusätzliches Geld.

Kinderschutzbund: Einmalzuschüsse helfen nur kurzzeitig

 

Doch das Problem sei nicht temporär. "Es muss grundsätzlich eine Lösung geben, wie man mit dem Thema Kinderarmut umgeht", fordert Bresche. Seit Jahren sei eine Kinder-Grundsicherung im Gespräch. Die beschlossenen Einmalzuschüsse seien gut, aber letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn vieles Lebensnotwendige grundsätzlich teurer werde. Das betreffe auch Familien, in denen Eltern arbeiteten und ganz knapp unter der Marke für Zuschüsse liegen.