Archivfoto von der 1.-Mai-Demonstration in Berlin 2021
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Interview - 1.Mai: Spranger (SPD) erwartet Gewalt bei Demonstrationen

Nach zwei Corona-Jahren darf am 1. Mai wieder uneingeschränkt demonstriert werden. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) rechnet an diesem Wochenende auch mit Gewalt. Die Polizei sei mit über 6000 Einsatzkräften auf den Straßen und gut vorbereitet.

Der 1.Mai werde auch in diesem Jahr Exterimisten eine Plattform bieten, so Spranger. Die friedlichen Demonstrationen und Straßenfeste würden jedoch überwiegen. Die Polizei sei für das Wochenende sehr gut aufgestellt. 6000 Einsatzkräfte seien auf den Straßen, so Spranger. Die Berliner Polizei wird dabei auch von Kräften der Bundespolizei und Beamten aus anderen Bundesländern unterstützt.

Die Straßenfeste seien für Berlin besonders wichtig, betont die Innensenatorin. "Die Menschen sollen rausgehen und mit ihren Freunde und Familien feiern", so Spranger. Sie sei dankbar für diese Veranstaltungen.

Spranger: 1. Mai ist ein Tag der Meinungsvielfalt

 

Darüber hinaus sei der 1. Mai auch ein Tag der Meinungsvielvalt. Die Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut, so Spranger. "Der Tag der Arbeit ist natürlich auch immer dafür gedacht, dass man sich auch entsprechend mit Klima-, natürlich auch mit Mietfragen auseinandersetzt", so die SPD-Politikerin. Sie ruft die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, dies friedlich zu tun.

Man verfolge wieder eine "Politik der ausgestreckten Hand", so Spranger. Aber: "Wir wissen, dass es zu Gewalt kommen kann und höchstwahrscheinlich auch kommen wird". Die Polizei sei darauf vorbereitet und werde bei Ausschreitungen massiv einschreiten.

Spranger äußert sich erfreut über die Bestätigung der verbotenen pro-palästinensischen Demonstrationen durch die Berliner Gerichte. "Das ist ein wichtiges Signal, dass antisemitische Parolen hier nichts zu suchen haben", so die Innensenatorin.