Charkiw: Ein ukrainischer Soldat geht inmitten der Trümmer eines Gebäudes, das durch mehrfachen russischen Beschuss in der Nähe einer Frontlinie schwer beschädigt wurde.
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Interview - Domröse: "Wir unterstützen die Idee der Demokratie"

Die Bundesregierung hat der Lieferung deutscher Gepard-Panzer an die Ukraine zugestimmt. Die Argumentation gegen die Waffenlieferungen sei unlogisch gewesen und deshalb zurückgenommen worden, sagt Hans-Lothar Domröse, NATO-General a. D.: "Das allgemeine Gefühl war, dass die Ukraine unsere Freiheit verteidigt."

Vergangene Woche noch hatte Kanzler Olaf Scholz (SPD) begründet, warum die Lieferung schwerer Waffen seiner Meinung nach schwierig sei. Nun ist die Bundesregierung umgeschwenkt. Russland habe die Ukraine überfallen und die Sympathien lägen auf der Seite von Führungsfiguren wie Präsident Wolodymyr Selenskyj oder Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, so Domröse.

Domröse: Nato ist nicht Kriegspartei

 

Die Warnungen vor einem möglichen Atomkrieg hält der Nato-General a.D. für nicht völlig unbegründet. "Das können wir alles nicht ganz ausschließen, das ist fürchterlich, die Russen kennen das atomare Geschehen von der Theorie her, sie bauen das ein in ihre Kriegsstrategie", sagt Domröse. Allerdings sei für den Kreml sehr fraglich, dass Russland einen solchen Krieg gewinnen könne.

Der Militär-Experte betont, dass nicht die Nato die Ukraine mit Waffen unsterstütze, sondern nur einzelne Nato-Mitglieder. "Also die Nato als solche, als Organisation, ist nicht Kriegspartei und macht da überhaupt nicht mit." Länder wie Deutschland und die USA unterstützten die Ukraine aber in großem Ausmaß mit Geld, Waffen und humanitärer Hilfe. "Und damit unterstützen wir den Westen und die Idee der Demokratie – darum geht es ja letztlich, und Russland will eine Diktatkur", so Domröse.

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