Republik Moldau, Schäden nach Explosionen in Transnistrien
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Interview - Moldau-Expertin: "Momentan sehen wir ein mögliches Zündeln"

Im Südwesten der Ukraine spitzt sich die Lage durch Anschläge in der Separatistenregion Transnistrien zu. Viele befürchten, der von vielen Russen bewohnte Landstreifen und die Republik Moldau könnten in den Krieg hineingezogen werden. Expertin Susanne Schattenberg hält das nicht für ausgeschlossen.

Die Republik Moldau hat rund 2,5 Millionen Einwohner, aber sie könnte für Russland im Ukraine-Krieg von großem strategischem Interesse sein. Denn wenn die russischen Truppen im Süden der Ukraine weiter vorrücken und Moldau erreichen, wäre die gesamte Schwarzmeerküste von der Ukraine abgeschnitten. Susanne Schattenberg, Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa an der Uni Bremen, hält dieses Szenario für möglich.

Mögliche zweite Phase der sogenannten russischen Militäroperation

 

"Das lässt sich leider nicht ausschließen", sagt Schattenberg. Mit Anschlägen in Transnistrien, einem unabhängigen Landstreifen an der Grenze zu Russland, sehe man momentan "ein mögliches Zündeln". Der russische Präsident Wladimir Putin möchte demnach eine "Landbrücke". Das wäre dann die zweite Phase der sogenannten Militäroperation, so Schattenberg.

Transnistrien von "instrumentell politisch" gleicher Brisanz wie Donbass

 

Der Konflikt um Transnistrien sei älter als der Konflikt um den Donbass in der Ukraine, aber "instrumentell politisch von gleicher Brisanz". Moldau habe sich aktuell Richtung Westen orientiert und wolle in die Europäische Union, sagt Schattenberg. Ziel sei Ruhe und Deeskalation. Aktuell sehe es so aus, als bleibe allen Parteien nur die Möglichkeit, abzuwarten.