Illustration: US-Milliardär Elon Musk kauft die Plattform Twitter
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Interview - Netzaktivist: Musk ist seine eigene Meinungsfreiheit wichtiger als unsere

Twitter steht vor der Übernahme durch Tech-Milliardär Elon Musk. Für Markus Beckedahl von der Plattform Netzpolitik birgt der Kauf viele Gefahren: Insbesondere könne Musk den Diskurs in vielen Ländern beeinflussen - denn er habe ein zweifelhaftes Verständnis von Meinungsfreiheit.

Der geplante Kauf von Twitter durch den US-Milliardär Elon Musk stößt auch unter Netzaktivisten auf Kritik. Zwar kündigte Musk, Firmeneigentümer von Tesla und SpaceX, an, die Redefreiheit bei dem Kurznachrichtendienst auszubauen. Es sei aber noch sehr diffus, welche Meinungsfreiheit er meine, sagte Markus Beckedahl, netzpolitischer Aktivist, Gründer und Chefredakteur des Blogs Netzpoitik.org.

Musk nicht der Richtige "über Meinungsfreiheit auf dieser relevanten Infrastruktur zu entscheiden"

 

Musk habe "bisher eher gezeigt, dass ihm seine eigene Meinungsfreiheit wichtiger ist, als die von uns", meinte Beckedahl. Wenn etwa kritische Journalistinnen und Journalisten über seine Unternehmen wie Tesla berichteten, wolle Musk eher die Pressefreiheit beschneiden, so Beckedahl. "Das lässt doch sehr darauf schließen, dass Elon Musk möglicherweise nicht die passende Person ist, über Meinungsfreiheit auf dieser relevanten Infrastruktur zu entscheiden."

Relvant, wer Twitter besitzt und Regeln bestimmt

 

Nach Meinung von Beckedahl hat Twitter eine besondere Bedeutung für den Diskurs in vielen Ländern. Deswegen sei es relevant, wer Twitter besitze und die Regeln ändern könne. Der Tesla-Chef hatte Twitter Finanzierungszusagen über 46,5 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Jetzt müssen noch genug Twitter-Aktionäre Musk ihre Anteile verkaufen, damit er die Kontrolle übernehmen kann.