Anhänger von Emmanuel Macron feiern am Eifelturm in Paris die erste Hochrechnung nach der Stichwahl, die den französischen Präsidenten als Wahlsieger ausweist (Bild: dpa / Lewis Joly)
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Interview - Luxemburgs Außenminister Asselborn erleichtert nach Frankreich-Wahl

Frankreich hat gewählt. Laut amtlichem vorläufigen Ergebnis liegt Präsident Emmanuel Macron deutlich vor seiner Herausforderin Marine Le Pen. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagt, der Sieg Macrons bedeute sehr viel für die Europäische Union.

Luxemburgs Außenminister Asselborn konstatiert: "Ich glaube, jeder, der Europäer ist, der dankt, dass Frankreich keine Präsidentin Le Pen bekommt". Le Pen habe mehrfach betont, sie könne das Wort "Europäische Union" nicht mehr hören. Macron werde nach der Wahl in europäischen Fragen auch nicht auf Le Pen zugehen, zeigt sich Asselborn überzeugt.

Was der Sieg bedeutet

 

Für die EU bedeute der Sieg Macrons, dass man nicht in einen Nationalismus verfalle, sondern die Grenzen offen blieben, der Rechtsstaat und das internationale Recht gepflegt würden, meint Asselborn. Le Pen hingegen betonte immer wieder, dass sie die Werte der EU nicht akzeptiere. Sie wolle ein Europa der Nationalstaaten, wo jeder mitmache, wie viel er wolle.

Innenpolitik entscheidend

 

Die Theorien Le Pens seien mit dem Friedensprojekt der EU nicht in Einklang zu bringen, erläutert Asselborn. In Frankreich werde es allerdings darauf ankommen, eine partizipativere Politik zu machen. Die soziale Frage sei ausschlaggebend. Viele Menschen würden mit ihren Jobs nicht über die Runden kommen und über zu wenig Kaufkraft verfügen.