Die Flaggen der Europäischen Union, der Ukraine und Deutschlands hängen vor dem Bundeskanzleramt (Bild: IMAGO / Fotostand)
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Interview - Moabit hilft: Expertise der Flüchtlingshelfer nutzen

Wie kann Deutschland die vielen Geflüchteten aus der Ukraine gut aufnehmen und denen, die hierbleiben wollen, schnell eine Perspektive geben? Zu diesen Fragen gibt es am Montag einen Gipfel im Kanzleramt. Diana Henniges, Gründerin von "Moabit hilft" bemängelt vor dem Treffen ein großes Informationsdefizit.

Diana Henniges, Gründerin von Moabit hilft, erläutert vor dem Gipfel im Kanzleramt, dass häufig gar nicht so sehr die Dialogbereitschaft fehle. Vielmehr solle die Politik die Expertise der Helferinnen und Helfer besser nutzen und auf die Bedarfe der Geflüchteten eingehen. "Im Moment gibt es ein wahnsinniges Informationsdefizit", kritisiert Henniges.

Papierkram statt Digitalisierung

 

Die Helferin bemängelt vor allem fehlende Digitalisierung bei Verwaltungsangelegenheiten. Sie mache die Erfahrung, dass die Geflüchteten deutlich digitalisierter seien. Sozialhilfe nur registrierten Flüchtlingen zu eröffnen, halte sie für den falschen Weg. Das führe zu Situationen, in denen Flüchtlinge, die bei Verwandten und Freunden unterkommen, keine Sozialhilfe beantragen können und ihnen damit die Mittellosigkeit drohe.

Helfer im Stich gelassen

 

Die Initiative "Moabit hilft" hat nun mit anderen Initiativen einen weiteren Standort in der Berliner Mollstraße eröffnet. Henniges meint, dass die Beratungsleistung auf Landesebene defizitär sei. "Wir werden überrannt in den Beratungsstellen. Die Leute stehen wie Ochs vor dem Tor, sind lost in translation". Henniges sagt, "Moabit hilft" und andere Initiativen fühlten sich von der Politik im Stich gelassen.