Wahlzettel für Emmanuel Macron und Marine Le Pen werden in einem Wahllokal in Anglet ausgezählt (Bild: dpa / Bob Edme)
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Interview - Staatsministerin Lührmann: "Wir können uns auf Frankreich verlassen"

Die Stichwahl in Frankreich ist vorbei. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist wiedergewählt worden. Anna Lührmann, die Beauftragte der Bundesregierung für die deutsch-französische Zusammenarbeit, sieht in der Wahl aber auch einen Warnschuss an die Politik, weil die rechtsextreme Le Pen mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten hat.

Das Wahlergebnis bedeutet aus Sicht von Anna Lührmann, der Beauftragten für die deutsch-französischen Beziehungen zunächst, dass die enge Zusammenarbeit mit Frankreich zum Wohle der beiden Länder, aber auch der EU fortgesetzt werden könne. "Nur wenn wir geschlossen und gemeinsam agieren, sind wir stark", sagt die Staatsministerin.

Warnschuss an Europa

 

In dem Abschneiden Le Pens sieht Lührmann auch einen Warnschuss an die französische Politik, aber auch Deutschland und die EU. Es müsse zu denken geben, dass eine rechtsextreme Kandidatin und erklärte Putin-Freundin mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten habe. "Darauf müssen wir Antworten finden", sagt die Grünen-Politikerin. Dabei habe gerade die deutsch-französische Zusammenarbeit einen Beitrag geleistet für die fünf Sanktionspakete gegen Russland, erinnert Lührmann.

Schere zwischen Arm und Reich

 

Das Thema Soziale Gerechtigkeit, das viele Le Pen-Wähler motiviert habe, müsse in Europa stärker thematisiert werden, erklärt Lührmann. Es gehe darum, dafür zu sorgen, dass in der Krise der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht bröckele. Lührmann plädiert dafür, den Menschen mit den Energiekosten zu helfen.