Anhänger schwenken Fahnen vor der Rede des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach der Stichwahl (Bild: dpa / Ludovic Marin)
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Interview - Frankreich-Experte Baasner: Macrons Wahlsieg hilft der Einigkeit in Europa

Laut vorläufigem amtlichen Ergebnis hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Stichwahl gegen seine Herausforderin Marine Le Pen deutlich gewonnen. Vielen Franzosen sei das Risiko Le Pen am Ende doch zu groß gewesen, sagt Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg.

Mit 58,2 Prozent der Stimmen hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron laut den ersten Hochrechnungen am Sonntag gegen seine Herausforderin Marine Le Pen durchgesetzt, die auf 41,8 Prozent der Stimmen kommt.

Ein deutlicheres Ergebnis als es die letzten Umfragen vor der Stichwahl hatten erwarten lassen, sagt Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg. "Am Ende haben doch viele gesagt: das Risiko Le Pen gehen wir nicht ein."

Macron als Stabilitätsfaktor für EU und NATO

 

Trotzdem liege jetzt viel Arbeit vor dem wiedergewählten Präsidenten, glaubt der Frankreich-Experte. "Er muss die Spaltung im Land stärker als Problem annehmen und versuchen gerade für die ländlichen Gebiete mehr zu tun." Wenn Macron aber weitere Akzente in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit setze, habe er gute Chancen, auch aus den Parlamentswahlen im Juni als Sieger hervorzugehen.

Mit seiner klaren Haltung gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine helfe Macrons Wahlsieg auch unmittelbar der Einigkeit der NATO und der Europäischen Union, so Baasner. Die Zusammenarbeit mit dem alten und neuen französischen Präsidenten sei zwar nicht immer einfach, aber zeuge doch von Kontinuität. "Das wäre mit Marine Le Pen anders gewesen."