Ein mit Sand gefüllter Luftballon mit dem Aufdruck "Die Linke" liegt auf einem Tisch (Bild: picture allinace/ dpa-Zentralbild)
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Interview - Zustand der Linken: "Ausgesprochen schwierige Situation"

Susanne Hennig-Wellsow ist diese Woche als Co-Bundeschefin der Linken zurückgetreten. Die Partei müsse möglichst schnell zu politischen Inhalten zurückfinden, fordert die Berliner Landesvorsitzende Katina Schubert. Ein langer Selbstfindungsprozess gefährde die Zukunft der Partei.

Wahlniederlagen, ein Richtungsstreit und Sexismus-Vorwürfe: Die Linkspartei taumelt derzeit wie ein angeschlagener Boxer durch die politische Arena. "Wir sind in einer ausgesprochen schwierigen Situation, keine Frage", sagt Berlins Landesvorsitzende Katina Schubert. Sie betont aber die Stabilität der Landesverbände. Diese würden sich um den Wiederaufbau der Partei kümmern.

Schubert: Selbstfindungsprozess schnell beenden

 

Nach dem Rücktritt der Bundes-Co-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow sei jetzt nicht die Zeit für weitere Personaldiskussionen, sondern die Partei müsse sich schnell programmatisch neu aufstellen. Auf Bundesebene werde die Partei derzeit nicht mit ihren inhaltlichen Vorschlägen wahrgenommen, "sondern mit dem – ich sag's mal höflich – Selbstfindungsprozess", so Schubert. Für die Wählerinnen und Wähler sei das nicht attraktiv. "Wähler wollen jetzt Antworten haben und wollen nicht zugucken, wie wir sie suchen", so die Linken-Landesvorsitzende.

Wenn die Linke nicht schnell zur Tagespolitik zurückkehre, bestehe die Gefahr, dass die Partei gerade in Westdeutschland weiter an Bedeutung verliere. "Aber wir werden alle Anstrengungen unternehmen, dass das nicht der Fall ist", sagt Schubert.

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