Die Bundesvorsitzende der Linken, Janine Wissler (l.) und Susanne Hennig-Wellsow, die inzwischen ehemalige Bundesvorsitzende der Partei während der Bundespressekonferenz (Bild: dpa / Bernd von Jutrczenka)
dpa / Bernd von Jutrczenka
Bild: dpa / Bernd von Jutrczenka Download (mp3, 7 MB)

Interview - Linksjugend-Sprecher Schiffer: "Die Probleme haben eine gemeinsame Ursache"

Auf die Berichte über sexuelle Übergriffe bei der Linken in Hessen folgte am Mittwoch der Rücktritt der Partei-Co-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow. Der Bundessprecher der Linksjugend, Jan Schiffer, macht intransparente Machtstrukturen für die Krise seiner Partei verantwortlich.

Nach dem Rücktritt der Co-Parteivorsitzenden der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, fordert die Jugendorganisation der Linken eine umfassende Neuaufstellung der Partei. Hennig-Wellsow nannte am Mittwoch sowohl die Berichte über sexuelle Übergriffe bei der Linken in Hessen als auch die gescheiterte Erneuerung der Partei als Gründe für ihren Rücktritt.

Für Jan Schiffer, den Bundessprecher der Linksjugend, haben die Probleme seiner Partei eine gemeinsame Ursache. "Sowohl die Tatsache, dass sexuelle Übergriffigkeit in dieser Partei gerade möglich ist und nicht angemessen geahndet wird, als auch die generelle Krise der Linken hängen mit intransparenten Machtstrukturen zusammen."

Klüngelei in der Linken muss aufhören

 

Schiffer fordert, dass die Klüngelei in seiner Partei bekämpft werden muss: "Es geht um Cliquen von Menschen, die sich gegenseitig machtpolitisch stützen." Das führe zu einer Atmosphäre, die sexuelle Übergriffe und Täterschutz möglich mache, so der Linksjugend-Sprecher.

Bei der Sitzung des Bundesvorstands am Mittwoch sei eine unabhängige Aufarbeitung der "MeToo"-Vorfälle in Hessen beschlossen worden, erklärt Schiffer. Dabei ging es auch um die Zukunft der Bundesvorsitzenden Janine Wissler. "Es wird - das vermute ich, und das fordern auch die meisten Mitglieder des Parteivorstands, mit denen ich gesprochen habe - Neuwahlen des Parteivorstands geben." Bis dahin werde Wissler die Linke allein anführen.