Zivilisten gehen an einem Panzer vorbei, der bei schweren Kämpfen in einem von den von Russland unterstützten Separatisten kontrollierten Gebiet in Mariupol zerstört wurde (Bild: dpa / Alexei Alexandrov)
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Interview - DW-Reporterin: "In der Ukraine gibt es überall kein Sicherheitsgefühl"

Emmanuelle Chaze, DW-Journalistin, beobachtet die Lage in Ukraine in der westlichen Stadt Lwiw. Sie beschreibt die aktuellen Entwicklungen in Mariupol und in der Region Luhansk. In beiden Regionen gebe es weiterhin schwere Kämpfe.

Die heftigen Kämpfe in der ukrainischen Hafenstadt gehen nach Angaben der Journalistin der Deutschen Welle, Emmanuelle Chaze, weiter. Offenbar wurden einige Menschen aus der umkämpften Stadt evakuiert.

Allerdings sollen sich noch etwa 1000 Menschen in der Anlage der Asow-Stahlwerke befinden: "Sie sind Kinder, Senioren und auch Frauen und nicht genug Menschen wurden in Sicherheit gebracht." Laut ukrainischen Angaben soll ein geplanter Flucht-Korridor nicht wie geplant funktioniert haben.

Weiter schwere Kämpfe in Mariupol und in Luhansk

 

In der Region um Luhansk im Osten der Ukraine seien die russischen Truppen noch zahlreich. Allerdings würden die ukrainischen Soldaten keinen Waffenstillstand akzeptieren, berichtet Chaze. "Ich würde sagen, es ist noch nichts entschieden." Es gebe noch immer schwere Kämpfe vor Ort.

Die EU habe zusammen mit der Ukraine ein sechsten Sanktionspaket vorbereitet. Laut dem ukrainsichen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gibt es Grund für Optimismus. Denn die EU-Partner hätten damit begonne, die ukrainischen Bedürfnisse besser zu verstehen.

DW-Reporterin: "Es gibt kein Sicherheitsgefühl"

 

Grundsätzlich sei es im Westen des Landes sicherer als etwa in Donesk oder Luhansk, sagt Reporterin Emmanuelle Chaze. Allerdings hat es am Montag auch Luftangriffe über Lwiw gegeben und sie musste sechs Mal in den Bunker gehen. "In der Ukraine gibt es überall kein Sicherheitsgefühl", so die Journalistin der Deutschen Welle.