Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine
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Interview - Ukraine: "Primäre Gesundheitsversorgung funktioniert nicht mehr"

Wie in jedem Krieg leiden auch in der Ukraine Zivilistinnen und Zivilisten unter den Kämpfen. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" versorgt mit mobilen Kliniken Menschen in U-Bahn-Stationen oder zu Hause, berichtet, Notfallkoordinatorin Frauke Ossig, die gerade aus der Ukraine zurückgekehrt ist.

Seit Kriegsbeginn suchen in Charkiw tausende Menschen in U-Bahnhöfen Schutz vor den Bomben, andere bleiben dort Tag und Nacht, weil sie wohnungslos sind. Ein Team aus Ärzten, Psychologen und Sanitärspezialisten biete als mobile Klinik dort Versorgung an, berichtet Ossig.

Ossig: "Viele Menschen haben seit Wochen keinen Arzt gesehen"

 

Aufgrund der Situation vor Ort hätten etwa viele chronisch kranke Menschen seit Wochen keinen Arzt gesehen, so Ossig. Durch den häufigen Bombenalarm hätten es viele nicht geschafft, etwa ins Krankenhaus zu gehen.

Kliniken bieten nur noch Notfallversorgung an

 

Die Krankenhäuser funktionierten zwar noch, dort werde allerdings hautpsächlich eine Notfallversorgung angeboten, sagt Ossig. "Aber, wie wir das oft in Kriegen oder Konflikten sehen, die primäre Gesundheitsversorgung funktioniert eben nicht mehr so wie vorher", so die Notfallkoordinatorin.

Um auch die Menschen zu erreichen, die nicht in die U-Bahn-Stationen kommen können, biete Ärzte ohne Grenzen einen Tagesdienst an. Dieser fahre, soweit die Sicherheitslage es erlaubt, durch Charkiw und besuche Menschen in ihren Wohnungen.

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AP/dpa

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