Bundeskanzler Olaf Scholz im Interview mit Angela Ulrich
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Interview - Bundeskanzler Scholz reist vorerst nicht in die Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will zunächst nicht in die Ukraine reisen. Das hat er in einem exklusiven Interview mit rbb24 Inforadio gesagt. Dass Bundespräsident Steinmeier nicht empfangen worden sei, nennt Scholz "irritierend".

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnet es als irritierend, dass die Ukraine den geplanten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abgelehnt hat. Steinmeier selbst wäre gerne in die Ukraine gefahren und hätte Präsident Selenskyj besucht, sagt Scholz im Gespräch mit Angela Ulrich. Er wolle das aber nicht weiter kommentieren.

Keine Reise in die Ukraine

 

Er selbst plane in nächster Zeit keine Reise in die Ukraine, sagt Scholz. Er sei erst wenige Tage vor Ausbruch des Krieges in Kiew gewesen, außerdem telefoniere er regelmäßig mit Präsident Selenskyj, zuletzt am Sonntag. Es gebe kaum einen Staats- und Regierungschef, der so intensive Kontakte zu ihm habe wie Selenskyj, betont Scholz.

Einsatz für die Ukraine

 

Mit Blick auf die Waffenlieferungen, die Kiew einfordert, sagt der Bundeskanzler, er habe sich dafür eingesetzt, dass Deutschland - anders als viele Jahrzehnte zuvor - überhaupt Waffen in die Ukraine liefere. Viele andere Länder seien dieser Entscheidung gefolgt. "Wir liefern, wir haben geliefert und wir werden liefern" - so der Kanzler wörtlich. Man spreche sich in dieser Frage aber mit den europäischen und transatlantischen Partnern ab. Deutschland habe da eine Verantwortung und werde keinen Alleingang machen.

Nutzbare Waffen

 

Man habe zusammen mit der Ukraine eine Liste erstellt, und sorge jetzt dafür, dass das umgesetzt werde, sagt Scholz. Dabei müssten die gelieferten Waffen auch für die Ukraine nutzbar sein, was Munition, Ersatzteile und Bedienung angehe - und ohne, dass etwa deutsche Soldaten in die Ukraine reisen müssten.

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