Ein Mann geht an Wahlplakaten des französischen Präsidenten Macron und der Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei Rassemblement National (RN), Le Pen, im Südwesten Frankreichs vorbei.
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Interview - Wahl in Frankreich: Wohin wandern die Wähler der Verlierer?

Amtsinhaber Emmanuel Macron und die Rechtsnationalistin Marine Le Pen sind als einzige Kandidaten für das Präsidentenamt in Frankreich übrig. Wer sich bei der Stichwahl durchsetzt, hänge auch davon ab, wohin die Wähler des unterlegenen linken Kandidaten wanderten, sagt Caroline Kanter von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist gelaufen – mit knapp 28 Prozent kam Amtsinhaber Macron auf Platz eins – vor der rechtsnationalen Marine Le Pen, die auf gut 23 Prozent kam. Beide gehen nun in knapp zwei Wochen in die Stichwahl.

Caroline Kanter leitet das Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris. Es sei noch zu früh, um zu sagen, wer am Ende gewinnen wird. Aber sie würde vermuten "ablesend an der Reaktion der anderen politischen Kräfte gestern, dass Emmanuel Macron vielleicht die Nase etwas vorne haben könnte."

Wohin wandern die linken Wähler?

Gegen Macron spreche, dass er es seit 2017 nicht geschafft habe, die soziale Spaltung im Land zu überwinden. Menschen mit wirtschaftlichen Sorgen konnte der Präsident nicht ansprechen, Le Pen hingegen sei in Teilen der französischen Gesellschaft noch immer sehr populär.

Viel wird davon abhängen, auf wen sich die Wähler der abgeschlagenen Kandidaten aus dem ersten Wahlgang verteilen, insbesondere die links von der Mitte: "Im linken politischen Lager ist die Frustration mit Macron ziemlich groß." Deswegen müssen man sehen, ob sich die linken Wähler dennoch dazu durchringen könnten, Macron zu wählen.

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