Borodjanka: Eine ältere Frau geht mit ihren Hunden an einem durch einen russischen Luftangriff beschädigten Wohnhaus vorbei.
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Interview - Ukraine wirft Russland Gräueltaten in Borodjanka vor

Die Kriegsbilder von getöteten Menschen in der Stadt Butscha sind kaum zu ertragen. Nun wirft die Ukraine Russland vor, auch in Borodjanka Gräueltaten begangen zu haben. Alexandra von Nahmen, die für die Deutsche Welle berichtet, sagt: "Das Ausmaß der Zerstörung ist wirklich schockierend."

Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht, mehren sich die Berichte über mögliche Kriegsverbrechen durch die russische Armee. Die Korrespondentin der Deutschen Welle Alexandra von Nahmen war am Donnerstag in der Kleinstadt Borodjanka: Sie sei geschockt ob der Zerstörung, sagt sie.

Viele Tote unter Ruinen vermutet

 

Es würden noch viele tote Menschen unter den Ruinen von Wohnhäusern vermutet. Das Bergen falle den Hilfskräften schwer, berichtet von Nahmen. "Das Ausmaß der Zerstörung ist wirklich schockierend."

Ukrainer hoffen auf mehr Signale von der EU

 

Viele Urkainerinnen und Ukrainer wünschten sich stärkere Signale von der Europäischen Union auch angesichts der berichteten Kriegsverbrechen, so von Nahmen. Inzwischen normalisiere sich der Alltag etwas in der Hauptstadt Kiew, nachdem sich die russichen Trupen zurückgezogen haben. Es gebe immer mal wieder Luftalarm, Geschäfte und Restaurants öffneten aber wieder, einige Geflüchtete kehrten zurück.

Kaffee trinken in Kiews Zentrum aktuell wieder möglich

 

Dennoch sei die Furcht groß, dass die Russen zurückkehrten, sagt von Nahmen. Wenn man im Zentrum einen Kaffee trinke - was inzwischen wieder möglich sei - habe man nicht das Gefühl, dass das Land im Krieg sei.

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AP/dpa

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