Der Bundestag entscheidet heute über die Impfpflicht
dpa
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Interview - Sorge (CDU): Union lehnt Corona-Impfpflicht ab 60 Jahren ab

Die Ampel will ihren Kompromissvorschlag für eine Corona-Impfpflicht ab 60 Jahren vom Bundestag beschließen lassen. Tino Sorge, der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, dringt auf den Vorschlag von CSU und CDU, zunächst ein Impfregister aufzubauen.

Der Bundestag entscheidet darüber, ob in Deutschland eine Impfpflicht gegen Corona eingeführt wird. Es liegen vier Anträge vor. Auf einen davon haben sich Abgeordnete der Ampel-Regierungsfraktionen verständigt: Er sieht eine Impfpflicht für Menschen ab 60 Jahren vor. Im September soll demnach entschieden werden, ob die Pandemie-Entwicklung auch eine Impfpflicht ab 18 Jahre erfordert. Zwei weitere Anträge lehnen eine Impfpflicht ab.

Sorge: Antrag der Regierungsfraktionen ist "Murks"

 

Die Union fordert in einem Antrag, dass zunächst ein Impfregister aufgebaut wird. Ihr gesundheitspolitischer Sprecher Tino Sorge (CDU) sagte, der Unions-Antrag sei "gut, ausgewogen und fachlich richtig". Er gehe davon aus, dass er angenommen wird. Mit Blick auf den Antrag der Regierungsfraktionen sprach er von "Murks".

Corona-Impfpflicht greife "auf Vorrat in Grundrechte" ein

 

Eine Impfpflicht bedeute "auf Vorrat in Grundrechte" einzugreifen, so Sorge. Das sei der falsche Weg - denn man noch nicht wisse, wie die Lage im Herbst sei. Auch eine verpflichtende Impf-Beratung für alle Menschen ab 18 Jahren hält er für falsch. Mögliche Bußgelder durch Ordnungsämter seien "ein bürokratischer Irrsinn".