Flaggen der Bundesrepublik und der UN wehen im Wind auf dem Dach eines Transportfahrzeugs.
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Interview - Experte: "Mali ist nie zu einem Staat zusammengewachsen"

Trotz internationaler Unterstützung kommt Mali nicht zur Ruhe. Nun hat die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) ein mögliches Ende des Bundeswehreinsatzes ins Gespräch gebracht. Ulf Laessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung hält die Blauhelm-Mission für sinnvoll, regt aber auch an, Ziele konkreter zu formulieren.

Die Einsätze der Bundeswehr im westafrikanischen Mali müssen nach Ansicht der Wehrbeauftragten Eva Högl auf ein mögliches Ende hin überprüft werden. "Wir müssen das schonungslos analysieren. Und dann gehört auch diese Option auf den Tisch", sagte Högl. Mit den internationalen Partnern müsse aber abgestimmt werden, "was unsere realistischen Ziele sind". Deutschland sollte sich dabei aktiv einbringen und eine ehrliche Zwischenbilanz vorlegen.

In Mali gebe es 20 verschiedene Sprachen

 

Ulf Laessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung, der in der malischen Hauptstadt Bamako das Büro leitet, gibt zu bedenken, dass Mali "recht willkürlich auf der Landkarte gezeichnet wurde." Es sei drei Mal so groß wie Deutschland mit 20 verschiedenen Sprachen und 60 verschiedenen Ethnien.

Man müsse über Ziele, Mittel und Zeithorizont des Einsatzes nachdenken


"Mali ist nie zu einem Staat zusammengewachsen", so Laessing. Hinzu komme, dass das Land sehr arm sei. Aus seiner Sicht hat das Land militärische Hilfe nötig. "Der Bundeswehreinsatz im Rahmen einer Blauhelm-Mission ist sinnvoll. Andernfalls würde sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtern. Die Bundeswehr hilft mit, die größeren Städte im Norden zu stabilisieren." Aber man müsse über Ziele, Mittel und Zeithorizont des Einsatzes nachdenken.