Das Bild der Staatsagentur Tass zeigt Militärangehörige, die Trinkwasser und Lebensmittel an Zivilisten verteilen und sich auf die Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Stadt Aktau im Westen Kasachstans vorbereiten, während die Regierung versucht, die Unruhen im ganzen Land zu beenden.
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Konflikt in Kasachsatan - CDU-Politiker: "Beobachter sind von Gewalt-Ausmaß geschockt"

Der Präsident in Kasachstan hat der Polizei wegen der anhaltenden Proteste einen Schießbefehl gegen Demonstranten erteilt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Grund ist geschäftsführender Vorsitzender der deutsch-zentralasiatischen Parlamentariergruppe und sagt, der Schießbefehl sei völlig inakzeptabel.

Die Unruhen in Kasachstan gehen weiter. Alle externen Beobachter seien über das Ausmaß der Gewalt in Südkasachstan geschockt, so Manfred Grund. Er verurteilt insbesondere den von Präsident Kassym-Jomart Tokajew am Freitag erteilten Schießbefehl auf Demonstrierende. Sicherheitskräfte haben die Erlaubnis, ohne Vorwarnung zu schießen."Der Schießbefehl ist völlig inakzeptabel", sagt Gruber und appelliert an den Präsidenten diesen einzustellen.

Gesellschaftliche Strukturen in Kasachstan schwierig

 

Neben der andauernden Corona-Pandemie macht der CDU-Politiker die gesellschaftlichen Strukturen im Land als einen der Gründe für die Eskalation aus. "Wir haben eine wirtschaftliche und politische Elite, in denselben Familien. Es gibt Clans, die sehr bekannt sind, aber auch breite Teile der Bevölkerung, die von einer Wohlstandsentwicklung weit entfernt ist", sagt Gruber. Die Erhöhung der Gaspreise sei dabei nur der Tropfen auf den heißen Stein gewesen, aber nicht die Ursache für die Proteste, so seine Einschätzung.