Der Euro feiert 20-Jähriges als Zahlungsmitte
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Interview - 20 Jahre Euro: "Stabilere Preise als die D-Mark"

Zum Jahreswechsel feiert der Euro 20-jährigen Geburtstag als Zahlungsmittel. Hans Eichel (SPD) war zum Zeitpunkt der Einführung Bundesfinanzminister. Er betont: Die Befürchtung, dass durch die europäische Währung alles teurer werde, habe sich nicht bestätigt.

Auch wenn einiges teurer geworden sei, sei der Euro seit seiner Einführung insgesamt stabil geblieben, betont Eichel. "Wenn man die ganzen 20 Jahre betrachtet, dann war die Preissteigerung während der ganzen Euro-Zeit etwa halb so hoch wie in der D-Mark-Zeit", sagt der ehemalige Bundesfinanzminister. "Der Euro hat uns stabilere Preise gebracht als die D-Mark."

 

Eichel: Inflation darf sich nicht verfestigen

 

Wegen der derzeit hohen Inflation müsse nun über eine Straffung der Geldpolitik nachgedacht werden. Doch auch die aktuellen Preissteigerungen seien ein stückweit verzerrt, weil sie im Vergleich zum Vorjahr berechnet würden, so Eichel. In Deutschland seien die Preise im Vorjahr jedoch gesunken, was auch mit der gesenkten Mehrwertssteuer zusammenhänge. "Das sind eine Reihe von Basiseffekten, die die Inflation überzeichnen", so Eichel.

Dennoch dürften sich die Preissteigerungen nicht verfestigen. "Wenn das mehr als eine vorübergehende Erscheinung ist, dann muss die Zentralbank nach und nach die Zügel anziehen", sagt Eichel. Gleichzeitig müssten die Investitionen verstärkt werden. Dies werde derzeit mit einem EU-Resilienzfonds bereits getan. "Das ist der richtige Weg nach vorne", so der ehemalige SPD-Politiker. Der große gemeinsame Markt Europas sei der wichtigste Trumpf im internationalen Wettbewerb. Dieser könne nur mit einer gemeinsamen Währung so gut funktionieren.