Ein Mann wärmt seine Hände in einer Feldküche, während sich weitere Geflüchtete an der Grenze zwischen Polen und Belarus eine warme Suppe eingießen (Bild: dpa)
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Interview - Hilfsorganisation beobachtet Pushbacks an Grenze

2021 haben Tausende Menschen versucht, über die belarussisch-polnische Grenze die EU zu erreichen. Axel Grafmanns von der Hilfsorganisation "Wir packen's an" kritisiert, die deutsche Politik schaue bei "Pushbacks" weg, die dort gängige Praxis seien.

Axel Grafmans schildert, dass es Menschen immer noch gelänge, den Grenzzaun zu überwinden. Die Sperrzone an der Grenze betrage drei bis vier Kilometer. Es gebe auch sehr engagierte Anwohnerinnen und Anwohner, die den Menschen auf der Flucht helfen: "Das hat mich sehr begeistert", sagt der Helfer.

Hilfe von Anwohnern

 

Grafmans erzählt von einer Frau, deren Großeltern bereits im Nationalsozialismus jüdische Menschen versteckt hätten und die sich nun selbst verpflichtet fühle, den flüchtenden Menschen zu helfen. Die Hilfsorganisation selbst dürfe das Sperrgebiet nicht betreten, sei aber mit den Anwohnerinnen und Anwohnern in Kontakt. Grafmans schildert, dass die Aktivisten entlang der Sperrzone Menschen helfen würden, wenn sie bis dorthin durchgekommen seien.

Versorgung hinter dem Sperrgebiet

 

Dabei geht es um erste Hilfe, Versorgung mit Lebensmitteln, auch mit Powerbanks, damit die Menschen "zuhause Bescheid sagen können, dass sie am Leben sind". Viel weitergehende Hilfe sei im Wald nicht möglich. Von der Politik erhofft sich Grafmans, dass das Versprechen Baerbocks ("Wir haben Platz") auch in die Tat umgesetzt würde. Bislang würde die deutsche Politik bei der Praxis der "Pushbacks", also der gewaltsamen Zurückdrängung hinter die Grenze, wegschauen, kritisiert der Helfer.