München, 8.1.2022: Demonstration von in München lebenden Exil-Uiguren auf dem Marienplatz mit dem Aufruf, die Olympischen Spiele in Peking zu boykottieren (Bild: imago images/Wolfgang Maria Weber)
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Das Forum - Olympia und Weltmeisterschaft: Was bringen diplomatische Boykotte?

Bei den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in China werden offizielle staatliche Vertreter aus manchen westlichen Ländern fehlen. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden. Aber welches? Und wie geht es den Sportlern damit? Darüber diskutiert Harald Asel mit seinen Gästen.

Boykotte von sportlichen Großereignissen haben eine lange Geschichte. Während der Überlieferung nach für Olympische Spiele des Altertums sogar Kriege unterbrochen wurden, bestimmte im 20. Jahrhundert oftmals die politische Großwetterlage die Wettkämpfe.

Diesmal geht es aber nicht um ein Wegbleiben der Athletinnen und Athleten, sondern um einen diplomatischen Boykott. Um gegen Menschenrechtsverletzungen zu protestieren, gegen Umweltzerstörung, vielleicht auch gegen die kommerzielle Gigantomanie solcher Großevents.

Doch was heißt das genau: Ist es mehr als nur das Verweigern des Kalten Büffets? Sollten westliche Vertreter für ihre Positionen nicht gerade bei solchen weltumspannenden Ereignissen Flagge zeigen - oder würden sie sonst zum schmückenden Beiwerk in der Inszenierung autoritärer Regime?

Will man auf dem Feld des Sports mutig sein, weil es bei Wirtschaftskontakten und militärischer Zusammenarbeit heikler wäre? Und wie geht es den Aktiven damit: Fehlt den Sportlern das Anfeuern vor Ort und die Anerkennung durch die Spitzen des Staates? Und was lässt sich über die Wirkungen solcher Zeichen im Nachhinein eigentlich verlässlich feststellen?

Es diskutieren:

Die Diskussion wurde am 13. Januar 2022 um 19.00 Uhr im Haus des Rundfunks, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin aufgezeichnet.