ARCHIV: Ein Soldat der kongolesischen Armee registriert Waffen, die von Milizen in einem Entwaffnungslager der UN-Mission abgegeben wurden, am 25.04.2005 in Bunia (Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
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Zwölfzweiundzwanzig - 20 Jahre Zentrum für Internationale Friedenseinsätze

Seit 2002 bildet das Zentrum für internationale Friedenseinsätze zivile Experten für Friedens- und humanitäre Einsätze sowie für Wahlbeobachtungen aus. Der Gedanke dahinter ist die Verankerung der liberalen Demokratie in aller Welt. Doch die Anziehungskraft dieser Idee schwindet, sagt ZIF-Direktorin Almut Wieland-Karimi im Gespräch mit Sabina Matthay.

Bundesregierung und Bundestag hatten vor 20 Jahren das Zentrum für internationale Friedenseinsätze als Reaktion auf die vorangegangenen Krisen und Kriege auf dem Balkan gegründet. Das ZIF steht mit seiner Arbeit für zivile Krisenprävention, politische Expertise und Friedenskonsolidierung weltweit. Es entsendete Friedensfachkräfte in Missionen der verschiedenen Internationale Organisationen. Sie überwachen Friedensabkommen, schlichten Konflikte, beraten Krisenstaaten beim Aufbau staatlicher Institutionen oder der Formulierung einer Verfassung, und beobachten Wahlen.

Vermittlung im Ukraine-Krieg

 

Eine der umfangreichsten Missionen, für die das ZIF Experten ausbildete und entsandte, war die OSZE-Beobachtermission zur Überwachung des Waffenstillstands zwischen ukrainischer Armee und pro-russischen Rebellen in der Ukraine.
Nach dem Scheitern der Mission infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine wird nun überlegt, wie ein etwaiger Waffenstillstand von internationaler Seite überwacht werden könnte, berichtet ZIF-Direktorin Wieland-Karimi. Doch nach ihrer Meinung ist ein Waffenstillstand allerdings noch in weiter Ferne, da sich beide Seiten vom Krieg mehr Chancen als Risiken erhoffen würden und insofern noch nicht wirklich bereit seien zu verhandeln. Hinter den Kulissen aber gebe es, vor allem vermittelt durch die Türkei, Überlegungen, wie wie so ein Waffenstillstand aussehen könne. Und auch das ZiF überlege, was sie mit ihren zivilen Kräften dort sinnvolles ausrichten könne.