Polizeibewachung am Treptower Ehrenmal
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Reporter - Schwieriges Gedenken zum 8. Mai

Der 8. Mai ist mittlerweile in ganz Deutschland ein Gedenktag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Doch kann die Befreiung durch Russland angesichts des Krieges in der Ukraine gefeiert werden? Und wie denken Ukrainerinnen und Ukrainer darüber? Von Sylvia Tiegs und Matthias Schirmer

Der 8. Mai 1945 ist ein historischer Tag: die Wehrmacht hatte kapituliert, der Zweite Weltkrieg war in Europa offiziell zu Ende. In der DDR war der 8. Mai dann lange ein Feiertag, die Bundesrepublik dagegen tat sich schwer mit dem Gedenken. Bis zur berühmten Rede von Bundespräsident von Weizsäcker.

Inzwischen gibt es diverse offizielle Gedenkfeiern am 8. Mai - aber dieses Jahr fragen sich viele: Geht das denn, im Ukraine-Krieg? Unsere Reporterin Sylvia Tiegs hat zwei Berliner getroffen, die finden: im Prinzip ja.

Was die Menschen in der Ukraine und aus der Ukraine über den 8. Mai denken, erklärt Historiker und Ukrainist Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe im Interview mit Matthias Schirmer. Rossoliński-Liebe begründet das schwierige Gedenken am 8. Mai damit, dass die Ukraine im Zweiten Weltkrieg im Prinzip gespalten war und Ukrainer auf beiden Seiten gekämpft haben. Im Westen des Landes kämpfte man bis in die 50er Jahre gegen die Rote Armee.