ARCHIV - 05.08.2021, Hamburg: Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse eines Gymnasiums schreiben in einer Gruppenarbeit im Klassenzimmer ihre Wünsche für das neue Schuljahr auf einen Zettel (Bild: dpa)
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- Die Schule von morgen

Auch wenn Schülerinnen und Schüler die Zukunft sind, stehen sie ganz unten auf der Prioritätenliste der Politik. Denn wer fragt sie eigentlich, welche Erwartungen sie an die nächste Bundesregierung haben? Über Mitbestimmung in der Schule spricht Sabina Matthay mit Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.

Schon vor der Pandemie war angesichts der Ergebnisse von Bildungsstudien deutlich, dass in der Bundesrepublik mehr getan werden muss, um das Menschenrecht auf Bildung für alle zu verwirklichen. Wissen und Bildung schaffen viele Voraussetzungen für die Wahrnehmung anderer Rechte. Immerhin wird wegen der Pandemie viel mehr über die Schulen und über die Missstände dort gesprochen, so Dario Schramm. Und diese Missstände sind nach Ansicht des Generalsekretärs der Bundesschülerkonferenz nicht Corona geschuldet:

"Wenn wir uns anschauen, die Modernisierungsstand von Schulen, den Digitalisierungsstand von Schulen, die Chancengleichheit - also all diese großen Themen, die in den letzten anderthalb Jahren einfach groß waren. Das sind ja keine Themen, die jetzt durch die Pandemie entstanden sind, sondern sie wurden dadurch noch einmal deutlich verstärkt. (...) viele, nachdem wir jetzt die Schulen wieder aufgemacht haben, nach den Sommerferien glücklich waren. Wir dürfen wieder in die normale Schule zurück, und das macht mir eigentlich ein bisschen Angst, weil ich auch die Schule vorher nicht als normal angesehen habe."
 

Nun nimmt die vierte Corona-Welle deutlich Fahrt auf, mancherorts wird schon überlegt, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wieder zu verschärfen. Dass die Schulen wieder zumachen, glaubt Dario Schramm nicht. Beruhigend findet er das aber nicht:

"Und dort haben wir immens viele Leute, die in Quarantäne müssen oder sich selbst infizieren und am Ende zu Hause sitzen. Auf dem Papier haben wir dann keinen Lockdown, und auf dem Papier sind die Schulen auch nicht zu. Aber wir haben dennoch ganz viele Schüler, die eben zwei Wochen wieder zu Hause sitzen, nicht am Unterricht teilnehmen können. Und das macht mir am Ende Sorge, weil wir dann wieder den großen Gedanken haben: Es läuft doch alles!"