ARCHIV, West-Berlin, 1981: Türkische Familie spaziert an der Berliner Mauer in Kreuzberg entlang (Bild: imago images/Günter Schneider)
imago images/Günter Schneider
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- Türkische Lebenswelten in Berlin

In West-Berlin lebten 1960 genau 284 Türken, heute sind in Berlin rund 180.000 türkische Staatsbürger und Deutsche mit türkischen Wurzeln. Über die Alltags- und Arbeitsgeschichte türkischer Arbeitsmigranten und -migrantinnen und ihre Bedeutung für die Stadt Berlin spricht Sabina Matthay mit dem Historiker Stefan Zeppenfeld.

Vor 60 Jahren, am 30. Oktober 1961, verabredeten die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen für türkische Gastarbeiter. Auf den Westteil von Berlin wurde die Vereinbarung 1963 ausgedehnt. Denn der Mauerbau hatte West-Berlin ein massives Arbeitsproblem beschert.

Schnell entwickelte Berlin sich zur "türkischsten Stadt Deutschlands". Nach Ansicht des Historikers Stefan Zeppenfeld hat Berlin den einstigen Gastarbeitern bis heute viel zu verdanken.

Buchinfos:

Stefan Zeppenfeld: Vom Gast zum Gastwirt? Türkische Arbeitswelten in Westberlin
Wallstein-Verlag
2021
430 Seiten, 13 Abbildungen
39,00 €

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Türken warten 24.7.1970 in einem eigens für die Abfertigung türkischer Gastarbeiter errichteten Zelt auf dem Düsseldorfer Flughafen auf ihren Flug in die Heimat.
dpa

Einwanderungsland Deutschland - 60 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei

Am 30. Oktober 1961 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland das Anwerbeabkommen mit der Türkei. Aus keinem anderen Land der Welt kamen daraufhin so viele Menschen nach Deutschland. 60 Jahre später ist klar: Mitbürgerinnen und Mitbürger mit türkischen Wurzeln sind ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Doch die Geschichte türkischer Einwanderung nach Deutschland ist auch geprägt von langen Kämpfen um Anerkennung und zahlreichen Rückschlägen. Was wurde erreicht, was bleibt noch zu tun? Zum Jubiläum hat Inforadio mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft darüber gesprochen.