Symbolbild: Wütender Mensch auf Demo (Bild: imago images/ Guillermo Gutierrez Carrascal)
imago images/ Guillermo Gutierrez Carrascal
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- Sprachgewalt - David Ranan über die Macht der Wörter

Terrorismus, Märtyrer, Elite, Volk, Heimat, Freiheit – Begriffe, die scheinbar geläufig sind, doch bei differenzierter Betrachtung an Eindeutigkeit verlieren. Ein Kompendium solcher Begriffe hat David Ranan herausgegeben. Mit dem Politologen spricht Sabina Matthay über seinen Essayband "Sprachgewalt".

Ein nestroysches Aperçu besagt: "Fordere kühn, sprich ohne Scheu, wie Dir der Schnabel wuchs!". Doch wer traut sich heute noch, spontan und frei heraus zu sprechen, in einer Zeit, in der beispielsweise geschlechtergerechte Sprache gegen Sprachnationalismus antritt. Und in der selbst Begriffe wie "Demokratie" und "Freiheit" vor dem Missbrauch durch Autokraten nicht sicher sind, von Termini wie "Märtyrer" und "Intellektuelle" ganz zu schweigen.

Einige entwickeln sich zu politischen Schlagwörtern, mit denen verwirrt und manipuliert wird. Es ist keine neue Erkenntnis, dass Sprache Werkzeug von Macht und Manipulation sein kann. Doch es lohnt sich immer wieder, sich damit zu beschäftigen.

Buchinfos:

David Ranan (Hg.): Sprachgewalt. Missbrauchte Wörter und andere politische Kampfbegriffe
Verlag Dietz Nachf. GmbH
2021
384 Seiten
26,00 Euro