CDU-Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (Bild: CDU)
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- Kramp-Karrenbauer will Lehren aus Afghanistan-Einsatz ziehen

Die Bundeswehr zieht sich Afghanistan zurück - ohne dass ein demokratisches, wirtschaftlich stabiles Land existiert. Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer räumt Fehler ein. Die Vorstellung, dass man aus Afghanistan so etwas wie ein europäisches Vorzeigeland machen könne, sei unrealistisch gewesen.

Die Bundesrepublik Deutschland engagiert sich militärisch und zivilgesellschaftlich in Afghanistan. Dieser völkerrechtlich legitimierte multilaterale Einsatz ist die längste und schwierigste Mission der Bundeswehr. Ist der Abzug aus Afghanistan eine Niederlage für den Westen, was hat die Bundeswehr in dem Einsatz dort gelernt? Sabina Matthay diskutiert mit Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

ARCHIV: Bundeswehr-Patrouille in einem Dorf bei Kunduz. Im Hintergrund wird noch traditionell mit Hilfe von Kühen, die sich im Kreis bewegen, gedroschen (Bild: imago images / Stefan Trappe)
Bild: imago images / Stefan Trappe

Es gehe jetzt darum, Lehren für künftige Auslandsmissionen der Bundeswehr zu ziehen: "Ich ziehe für mich aus Afghanistan schon mal die persönliche Lehre, dass wir sehr realistische und konkret beschriebene Ziele formulieren müssen. Ich glaube, die Vorstellung, die hinter manchem Mandat steckte, dass man aus Afghanistan so etwas wie ein europäisches Vorzeigeland machen kann, die ist einfach unrealistisch gewesen, und das sollte uns für die Zukunft nicht noch einmal passieren", sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Der Afghanistan-Einsatz müsse nun "in allen Aspekten aufgearbeitet" werden, betont Kramp-Karrenbauer: "Das (…) ist eine Frage, die sich an die gesamte Bundesregierung, die sich auch an das Parlament richtet, und deswegen würde ich, und unterstütze jeden Ansatz, über diese 20 Jahre politisch sich nochmal einen klaren Blick zu verschaffen und zu reden. Das brauchen wir auch (…) in Erinnerung derjenigen, die in Afghanistan geblieben sind. Das brauchen wir aber vor allem als Lehren für Einsätze in der Zukunft, die erfolgreicher sein sollen."

Kramp-Karrenbauer sagte weiter, das Verteidigungsministerium werde "sobald die Männer und Frauen sicher und heil zurück sind", noch in diesem Sommer damit beginnen, den militärischen Aspekt aufzuarbeiten: "Die Fragen insbesondere, was haben wir daraus gelernt, was müssen wir für die nächsten Einsätze auch besser machen. (...) Die Hinterbliebenen, die Familien der Getöteten, die haben es verdient, dass dieser Auftrag aufgearbeitet wird und dass wir vor allen Dingen Lehren daraus ziehen und Dinge, die nicht gut waren, für die Zukunft besser machen.“