Kunstwerk Pussy Riot Protest von Rosita Sweetman (Bild: dpa/ picture alliance/ Niall Carson)
dpa/ picture alliance/ Niall Carson
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- Historiker: Herabwürdigung religiöser Werte wird immer ein Problem bleiben

Gotteslästerung in Europa wird heute vor allem im Zusammenhang mit dem Islam und mit islamistischer Gewalt wahrgenommen. Doch der Vorwurf der Verhöhnung Gottes ist zu allen Zeiten, in verschiedenen Religionen und Gesellschaften der Welt erhoben worden. Über die Geschichte der Blasphemie spricht Sabina Matthay mit dem Historiker Gerd Schwerhoff.

Die Verspottung Gottes und des Heiligen birgt hierzulande kaum noch Erregungspotential. So lange es um das Christentum geht, ist die religiöse Gelassenheit jedenfalls groß.

Das Entsetzen über den Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo, der Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty hat jedoch gezeigt, dass der Vorwurf der Gotteslästerung nicht von jedermann gelassen hingenommen wird, dass er tödliche Konsequenzen haben kann.

Gerd Schwerhoff (Bild: Robert Jentzsch)
Bild: Robert Jentzsch

Nach Einschätzung von Gerd Schwerhoff bleibt die Blasphemie ein wirkmächtiges Phänomen. Denn die Religion pfeife nicht auf dem letzten Loch, wie manche Kulturkritiker gemeint hatten; stattdessen sei der Fundamentalismus weltweit – auch im Westen – auf dem Vormarsch.

Buchinfos

Gerd Schwerhoff: Verfluchte Götter: Die Geschichte der Blasphemie
S. Fischer Verlag
2021
528 Seiten
29,00 € (gebundese Ausgabe), 24,99 € (E-Book)