ARCHIV: Synagoge in Halle (Saale) nach dem Anschlag (Bild: dpa)
dpa
Bild: dpa

- "Systematischer Antisemitismus ist Teil unseres traurigen Alltags"

Juden in Deutschland werden systematisch bedroht, eben weil sie Juden sind. Es ist ein Leben im Belagerungszustand, das der Journalist und Jurist Ronen Steinke in seinem neuen Buch beschreibt. Steinke zeigt, wie "antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt". Mit Sabina Matthay spricht er über den Terror gegen Menschen jüdischen Glaubens.

Das Wort "Terror" sei ein Reizwort, ein Kampfbegriff, sagt Steinke. In Deutschland jedoch gebe es eine bewerkenswerte Zurückhaltung, wenn sich Gewalt gegen die Ohnmächtigen, gegen die am Rande stehenden Menschen in der Gesellschaft richte. Anschläge auf Asylbewerberheime oder Synagogen verfolgen den Zweck, Angst und Schrecken zu verbreiten und die politische Landschaft zu verändern, so Steinke. Es sei an der Zeit, das Wort "Terror" hier auch zu verwenden.

Buchinfos

Ronen Steinke (Bild: Regina Schmeken)
Regina Schmeken

Ronen Steinke: Terror gegen Juden
Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage
Verlag Piper

256 Seiten
18,00 Euo

Weitere Informationen

Samuel Salzborn, Ansprechpartner zu Antisemitismus des Landes Berlin am 03.08.2020. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
dpa/Britta Pedersen

Amtsantritt - Samuel Salzborn als Berliner Antisemitismusbeauftragter eingeführt