ARCHIV, 1993: Treuhand-Direktor Detlef Scheunert bei einer Vertragsunterzeichnung (Bild: Detlef Scheunert)
Detlef Scheunert
Bild: Detlef Scheunert

- Detlef Scheunert: "Der Schmerz war enorm"

Als vor 30 Jahren die Treuhand-Anstalt gegründet wurde, galt sie vielen bald als das Sinnbild für feindliche westliche Übernahmen und Demütigungen. Detlef Scheunert, damals einziger ostdeutscher Treuhand-Direktor, kann das Negativbild heute zum Teil verstehen. Über die Gründe spricht er mit Moderatorin Sabina Matthay.

Detlef Scheunert (Bild: privat)
Detlef Scheunert

Die Treuhand-Anstalt sollte die DDR-Betriebe nach der Wende marktwirtschaftskompatibel machen. Auch Direktor Detlef Scheunert entschied damals über Zehntausende Arbeitsplätze. Heute sagt er, dass das industrielle Erbe Ostdeutschlands nichts anderes zugelassen habe als schnell zu handeln, denn das massive Außenhandelsdefizit der DDR habe die Beteiligten dazu gezwungen. Dennoch habe die Brutalität, Geschwindigkeit und das Hineinwirken des wirtschaftlichen Wandels in alle Lebensbereiche ein Negativbild entstehen lassen.

 

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Detlef Scheunert war in den Nachwende-Jahren als einziger Ostdeutscher im Direktorium der Treuhand, die die volkseigenen DDR-Betriebe in Privateigentum überführte. Damals war er stolz auf seine Position - heute sieht er seine Arbeit mit gemischen Gefühlen.