Ulrike Esther Franke (Bild: privat)
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- Deutschlands Platz in der internationalen Ordnung

Eine "lähmende Unklarheit" in ihrer Außen- und Sicherheitspolitik bescheinigen Beobachter der Bundesregierung. Doch welche Strategie sollte Deutschland in seiner Verteidigungspolitik verfolgen? Sabina Matthay spricht darüber mit der Politologin Ulrike Esther Franke.  

Dr. Franke ist Policy Fellow am European Council on Foreign Relations und Co-Host von "Sicherheitshalber", dem ersten deutschsprachigen Podcast über Sicherheitspolitik.


Deutschland sähe sich als eine Zivilmacht und lehne militärische Mittel ab, so Franke. Jedoch verhalte man sich inkohärent, wenn nicht versucht werde, früh einzugreifen - bevor man militärische Lösungen bräuchte.

Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass Deutschland in naher und mittlerer Zukunft tatsächlich angegriffen werden könnte. Wer aber angegriffen werden könnte, seien NATO-Bündnispartner. Auch könne es Krisen in der Welt geben, in denen man in der Lage sein müsse, einzuschreiten, um wiederum die Sicherheit der Bundesbürger zu verteidigen.

Franke sieht für Politiker*innen die Schwierigkeit, dass Verteidigungspolitik unattraktiv sei, da die meisten Bundesbürger*innen diese nicht so am Herzen läge, wie etwa Renten- oder Gesundheitspolitik. "Sicherheitspolitik ist leider oft eine Entscheidung zwischen schlechten und noch schlechteren Möglichkeiten." Politisch müsse man daher oft schwierige und nicht eben perfekte Lösungen verkaufen.  

 

ARCHIV - 10.05.2013, Afghanistan, Kundus: Soldaten der Bundeswehr hören im Feldlager in Kundus einer Rede von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) zu, die die deutschen Truppen in Afghanistan besuchte (Bild: dpa/Pool)
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