ARCHIV, 11.10.2013: Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland und Autor Avi Primor posiert der Frankfurter Buchmesse bei einem Portraittermin (Bild: imago images/photothek)
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- Avi Primor und das Holocaust-Gedenken

Die Zeitzeugen des nationalsozialistischen Völkermords an den europäischen Juden sterben aus. Hat sich das Gedenken an den Holocaust zu einem rein rituellen Charakter gewandelt – angesichts des aktuellen Antisemitismus? Sabina Matthay spricht darüber mit dem israelischen Diplomaten Avi Primor.

Als der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar im Jahr 1996 zum zentralen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärte, mahnte er, die Erinnerung an den Holocaust dürfe niemals enden. Doch die Generation der Opfer – und der Täter – stirbt aus und mit ihr verschwinden die persönlichen Bezüge zu diesem Abschnitt der deutschen Geschichte. Längst gilt Deutschland Juden nicht mehr als geächtetes Land, tausende Israelis ziehen jedes Jahr hierher. Doch Antisemitismus und menschenfeindliche Hetze lösen bei vielen Juden und Israelis in Deutschland Beklemmung aus. Ist das Holocaust-Gedenken angesichts dessen nur noch ein Ritual?

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Israelischer Historiker Yehuda Bauer (Bild: dpa)
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Yehuda Bauer: Warum Antisemitismus eine Gefahr bleibt

In Jerusalem erinnert das Welt-Holocaust-Forum an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Der Historiker und Holocaustforscher Yehuda Bauer war lange wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Yad Vashem. Inforadio-Redakteur Christian Wildt hat ihn getroffen, um mehr über alten und neuen Antisemitismus zu erfahren.