ARCHIV: Potsdam, 16.07.2019: Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, nach der Bilanz-Pk der rot-roten Landesregierung Brandenburg nach knapp fünf Jahren Regierung (Bild: dpa)
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- Landtagswahl: Woidke warnt vor Imageschaden für Brandenburg

Seit 1990 regiert die SPD das Land Brandenburg, zuletzt mit der Linken. Nach der Landtagswahl am 1. September könnten die Sozialdemokraten aber nicht mehr eine Volkspartei mit "natürlichem" Regierungsanspruch sein, auch wenn Umfragen sie auf über 20 Prozent der Stimmen sehen. Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärt im Interview mit Sabina Matthay, er kämpfe dafür, mit der SPD vor der AfD zu landen. Andernfalls werde Brandenburg in mehrfacher Hinsicht Schaden nehmen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warnt vor einem Imageschaden für das Bundesland, sollte die AfD bei der Landtagswahl am 1. September erfolgreich abschneiden. Er kämpfe darum, mit der SPD noch vor der AfD auf Platz eins zu landen, sagt Woidke im Interview mit Sabina Matthay. Anderenfalls werde Brandenburg Schaden nehmen.

"Ich merke bei vielen Menschen, dass es eine große Sorge gibt, dass diese Partei hier den ersten Platz haben könnte. Es wird befürchtet, dass wir nach innen noch mehr an Spaltung kriegen, noch mehr an Hetze kriegen, die unserer Gesellschaft nicht gut tut."

Die Angst vor einem Etikett, dass Investoren abschreckt

Aber auch um die Außenwirkung sorgt sich der Ministerpräsident: Es gebe die Sorge in der Bevölkerung, "dass das Land Brandenburg dann so eine Art Etikett umgehangen kriegt, für internationale Investoren - die brauchen wir ja dringend, nicht nur in der Lausitz, sondern überall - (dass Brandenburg) ein Ort ist, wo man nur mit Bedenken hingeht."

Als Beispiel für internationale, in Brandenburg tätige Unternehmen nennt Woidke das Turbinenwerk von Rolls Royce in Dahlewitz: "Bei Rolls Royce arbeiten Menschen aus mehr als 50 Nationen, das sind Ingenieure, Arbeiter, die aus der ganzen Welt hierher kommen und Flugzeugturbinen gemeinsam konstruieren und bauen und warten."

Woidke: Ich will, dass wir gastfreundlich sind

Um internationale Fachkräfte zu halten und weitere internationale Unternehmen anzuziehen, müsse Brandenburg weltoffen sein, betont Woidke. "Ich will, dass wir als Brandenburg noch internationaler werden, dass wir als freundliches und sympathisches Land nach außen wahrgenommen werden, dass wir gastfreundlich sind. Das schafft man nicht, wenn Mitglieder einer Partei hier offen mit Rechtsextremen durch irgendwelche Straßen marschieren. Das wäre für Brandenburg von großem Schaden."