Ein Kind wird gegen das Coronavirus geimpft (dpa / Fabian Sommer)
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- Arzneimittelexperte: Nicht Kinder impfen - sondern ihre Kontaktpersonen

Kurz vor Weihnachten soll ein Impfstoff gegen Covid für Kinder von 5 bis 11 Jahren in Deutschland verfügbar sein. Bernd Mühlbauer von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft spricht sich klar gegen eine Impfung von Kindern aus - stattdessen sollten alle Erwachsenen geimpft werden, die Kontakt mit ihnen haben.

Der Pharmakologe Bernd Mühlbauer, der gleichzeitig im Vorstand der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sitzt, hat sich gegen eine Covid-Impfung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ausgesprochen. Man wisse noch viel zu wenig über mögliche Nebenwirkungen, weil für verlässliche Aussagen die Zulassungsstudien viel zu klein gewesen seien.

"Kinder sind nicht bedroht – also warum soll ich sie impfen?"

Es sei wissenschaftlich belegt, so Mühlbauer, dass Kinder "nur in seltensten Ausnahmen Probleme mit dieser Erkrankung haben". Auch die Fälle von "Long Covid" bei Kindern träten zu selten auf, um eine Serien-Impfung zu rechtfertigen. Lediglich bei Kindern mit Vorerkrankungen könnte eine Impfung sinnvoll sein.

"Kinder nicht die richtige Zielpopulation für eine Serienimpfung"

Mit dem Argument, dass eine Impfung von Kindern die Ausbreitung von Covid eindämmen könnte, begebe man sich ethisch "auf sehr dünnes Eis", so Mühlbauer: Ich impfe ein Kind mit etwas, von dem es selber keinen Nutzen hat, damit die Gesellschaft davon profitiert. Stattdessen müsse man diejenigen Erwachsenen impfen, die Kontakt mit den Kindern haben.