Gepard mit erbeuteten Rinderkalb (Bild: Leibniz-IZW Cheetah Research Project)
Leibniz-IZW Cheetah Research Project
Bild: Leibniz-IZW Cheetah Research Project

- Geparden in Namibia: "Ein Szeneclub wie in einer Großstadt"

In Namibia leben Geparden oft neben Rinderfarmen, wo Kälber leichte Beute sind. Das führt zu Konflikten mit Farmern. Zur Problemlösung beigetragen hat ein Forschungsprogramm des Berliner Leibniz-Instituts, das half, die "Szeneorte" der Geparden ausfindig zu machen.

Es ist eine beliebte Quizfrage: Welches ist das schnellste auf dem Land lebende Tier der Erde? Der Gepard! Zu Hause ist er in Afrika, jagt mit Vorliebe Antilopen und Gazellen und kommt dabei auf eine Geschwindigkeit von fast 100 Kilometern pro Stunde. Allerdings hat er es auch gern gemütlicher, zum Beispiel, wenn er sich in der Nähe einer Rinderfarm befindet. Dann bedient er sich an den Weidetieren, was, zum Beispiel in Namibia, zu Konflikten mit den Farmern führt.

Große Populationen in Namibia und Botswana

 

Dr. Jörg Melzheimer ist Wissenschaftler in einem Forschungsprogramm des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, das helfen soll, diesen Konflikt zu lösen. "Der Gepard ist die seltenste der großen Katze in Afrika und es gibt ihn nur noch in Namibia und Botswana in einer so großen freilebenden Population", sagt Melzheimer und dies habe das Institut nach Namibia gebracht.

Diese Population komme auch nicht auf der Fläche eines Nationalparks vor, sondern eben auf kommerziell genutzten Flächen in der Nähe von Rinderfarmen. Ein Problem. Man habe dann versucht ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zu den Farmern aufzubauen. Und da fiel auf, dass es Farmer gab, die sich beschwerten und andere, die überhaupt keine Probleme mit den Tieren hatten.

Feste Orte, die wie ein Kommunkationsnetzwerk funktionierten

 

Die spannende Erklärung: Geparden haben ein Kommunikationsnetzwerk, das sind Orte, wo sie sich in großer Anzahl treffen. "Das ist wie ein Szeneclub in einer Großstadt“, sagt Melzheimer. Und dort, wo sie sich treffen, werden auch mehr Rinder der ansässigen Farmen gerissen.

Die Lösung: Die Farmer mussten umziehen mit ihren Mutterkühen und den Kälbern. Dies musste sein, da es kleinräumige Flächen waren, die aber zeitlich relativ stabil waren. Manche Ort wurden seit über 80 Jahren von Geparden heimgesucht. Nach dem Umzug hörten schließlich die Attacken auf die Rinder auf.